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offenes Kunstatelier/ Malerei, Skulpturen
Teilnehmer
10 – 15 Kinder und Jugendliche der Kölner Selbsthilfe e.V. im Alter
von 6 bis 16 Jahren
Projektidee
Mit dem Ziel, den Kindern Raum für sich, ihre Entwicklung, ihre Ressourcen, Emotionen
und Talente zu geben, wurde die Kunstwerkstatt in den Räumlichleiten der Selbsthilfe
am Heckweg 30 in Köln Longerich im August 2006 eröffnet. Seit dem konnten
10 – 15 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren an 2
Wochentagen im Monat an dem jeweils 3-stündigen Angebot teilnehmen. Das Atelier wird
geleitet von 2 Kunsttherapeutinnen/Heilpädagogen/ Kunstpädagogen aus dem
Atelier artig in Köln.
Ein breites Materialangebot von flüssigen Farben bis hin zu alltäglichen
Gegenständen wird genutzt, um der künstlerischen Ausdrucksweise keine Grenzen
zu setzen. Die Teilnehmer werden herangeführt an neue, ihnen unbekannte Materialien,
Erlernen unterschiedliche Techniken im Umgang mit diesen und werden sensibilisiert in
ihrer Rolle als Künstler. Die verschiedenen im Atelier zur Verfügung stehenden
Materialien erfordern auf spielerische Weise Regeln und Bearbeitungsvorgänge von den
Kindern, die sie einhalten müssen, um mit Unterstützung der Atelierleiter ein
ihren Wünschen und Vorstellungen entsprechendes Ergebnis zu erzielen.
Die Besucher der Kölner Selbsthilfe e.V. kommen meist aus sozial schwachen Familien und
sind den hieraus resultierenden Konflikten besonders ausgesetzt. Eine Auseinandersetzung
mit dem eigenen Erleben und eine Förderung einer kindgerechte Entwicklung ist im
häuslichen Umfeld nahezu unmöglich und bedarf einer Unterstützung von Außen. Diese Kinder
und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten erhalten eher selten die Möglichkeit,
Erfahrungen in kulturellen und künstlerischen Prozessen zu sammeln. Das offene
Atelierangebot möchte hier einen Beitrag leisten, den Kindern und Jugendlichen mit
Unterstützung ihre individuellen Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten zu erfahren und
mit gezielter Unterstützung ausleben zu können.
Hintergrund
Ästhetische Aktivitäten wie das Malen, Zeichnen, Plastizieren, etc. fördern die kreative
Auseinandersetzung des Kindes mit seiner Umwelt. Der spielerische, materialerprobende
Anteil künstlerischen Arbeitens bietet ein Forum, in denen die Kinder ihre Phantasien
frei entwickeln und malerisch umsetzen können. Dabei fordert die Bildnerei von den
Kindern immer neue Auseinandersetzungsprozesse mit ihrem eigenen Tun. Sie beginnen ihre
Fähigkeiten und Grenzen kennen zu lernen und auszuprobieren. Durch Versuch und Irrtum
lernen die Kinder ihre Persönlichkeit immer besser kennen und entwickeln eine verbesserte
Frustrationstoleranz. Unterschiedliche Zugangsweisen werden erprobt, eine neue
Handlungsbasis mit erweiterten Perspektiven wird gewonnen.
Das Ziel besteht dabei nicht nur in der Heranführung an das Kunsthandwerk bzw. die
Verarbeitung und Umgangsweise mit dem vorgegebenen Material, sondern ebenso in der
Transferleistung gemachter Erfahrungen in den Alltag der Teilnehmer. Die schöpferischen
Tätigkeiten ermöglichen neue Erfahrungen des Selbst und des sozialen Miteinanders in der
Kleingruppe, was ein Erlernen von Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl,
Respekt, einem sozialen Miteinander und kooperativen Verhalten integriert.
Die soziale Ausgrenzung, die Kinder erfahren, die bei der zunehmenden Kommerzialisierung
nicht mithalten können, steigt. Kinderarmut berührt neben sichtbaren Mangelaspekten der
Grundversorgung beim einzelnen Kind auch Lebensbereiche wie Gesundheit, Bildung, Kultur
und soziale teilhabe. Die Zielgruppe der Kölner Selbsthilfe ist nicht nur dem größten
Armutsrisiko ausgesetzt, sondern weist auch im bereich der kulturellen Kompetenzen einen
besonderen über Sprache hinausgehenden Fördebedarf auf. Armut bedeutet für diese Kinder
nicht nur eine Einschränkung ihrer gegenwärtigen Handlungsspielräume, sondern auch eine
Begrenzung ihrer zukünftigen Entwicklungs-chancen. Die Situation im Einzuggebiet
Longerich ist geprägt durch hohe Arbeitslosigkeit, sozial schwache Familien und ein
fehlendes kulturelles Angebot. Die künstlerische Bearbeitung spezifischer Lebensthemen
fördert die Entwicklung (kognitiv, motorisch und emotional) der Teilnehmer; den Kindern
und Jugendlichen bleibt dabei überlassen, ob sie über Themen oder entstandenen Kunstwerke
kommunizieren möchten. Selbst gewählte Themen werden dabei lösungsorientiert entsprechend
den Ressourcen des einzelnen im wert- und angstfreiem Schutzraum Atelier bearbeitet.
Neben dem Erleben und Kennenlernen von sich selber kann jeder auch ein besseres
Verständnis für die anderen entwickeln. Die Jugendlichen kommen stressfrei miteinander
in Kontakt; eingefahrene Rollenzuschreibungen können durch Experimentieren und
Erweiterung der Kompetenzen, des Selbstbewusstseins und Motivation und Zutrauen für Neues
positiv neu besetzt werden. So eröffnen sich den Teilnehmern neue Möglichkeit im sicheren
Rahmen der Kunst und der Beziehung zu anderen Künstlern Aufmerksamkeit, Sensibilität,
Toleranz und Engagement zu entwickeln.
Umsetzung und Ausblick
Die aktuelle Ergebnissicherung nach einem Jahr Projektverlauf zeigte neben positiven
Entwicklungsverläufen ein hohes Potential sowie einen deutlichen Bedarf der einzelnen
Kinder. Sie alle zeigten viel Interesse und Begeisterung für die verschiedenen
Materialien, mit deren Eigenschaften und Umgangsweisen sie unter Anleitung neugierig
experimentierten.
Das Arbeiten im Atelier verleiht den teilnehmenden Kindern Kontinuität und
Verlässlichkeit; sie können Vorfreude entwickeln und haben die Möglichkeit, viele neue
Erfahrungen zu machen, sich selbst kennen zu lernen und neue Handlungen zu erproben. Sie
erfahren eine Wertschätzung, zum einen durch sich selber und ihr künstlerisches Schaffen
mit für sie bereitgestellten Materialien, zum anderen durch Ausstellung von ihren
Kunstwerken von außenstehenden Bewunderern.
Künstlerisches Schaffen ist eine universelle Kommunikationsmöglichkeit, die weit über die
verbale Form der Verständigung hinausgeht. Sich selbst ausdrücken zu können, dem anderen
etwas mitzuteilen, um mit der Welt in einen Dialog zu treten, sind Antrieb für jegliches
künstlerisches Tun. Die regelmäßige Arbeit im offenen Atelier kann Ressourcen und das
Selbsthilfepotential der Kinder und Jugendlichen fördern. Neue Entwicklungen werden in
Gang gesetzt, was die zielgerichtet Arbeit des heilpädagogischen Ansatzes in Form von
bewussten und zielgerichteten Planen von künstlerischen Angeboten unterstützt. In Teams
von den Atelierleitern und den Mitarbeitern von der Kölner Selbsthilfe e.V. werden
Ergebnisse sicher gestellt, reflektiert und Ziele gemeinsam formuliert.
Um den Kindern und Jugendlichen weiterhin die Möglichkeit des offenen Atelierangebotes
sichern zu können, sind wir auf Spenden angewiesen.
www.koelnerselbsthilfe.de
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