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Arbeitsweise

Künstlerisches Arbeiten bedeutet hier spielerische, materialerprobende und sensomotorische Aktivität und fordert von den Klienten immer neue Auseinandersetzungsprozesse mit ihrem eigenen Tun. Interventionen seitens der Kunsttherapeuten orientieren sich dabei an dem persönlichen Entwicklungsstand des Klienten. Ein Eingreifen kann dementsprechend persönlichkeitsstabilisierend, konfliktlösend oder auch für die soziale und kommunikative Kompetenz erweiternd sein.

Eine enge Einbindung des sozialen und familiären Umfeldes ist eine notwendige Voraussetzung, um therapeutische Inhalte in den Alltag des Klienten zu übertragen. Dazu gehören u. a. Informationen, ein regelmäßiger Austausch über Inhalte der Therapie, konkrete Anleitung und Beratung zum Umgang mit schwierigen Situationen und das Üben konkreter Verhaltensweisen im häuslichen Bezug und Anleitung der Bezugspersonen.

Die kunsttherapeutische Förderung der eigenen Resilienz, also der persönlichen Widerstandskraft, erfolgt immer ressourcenorientiert und ganzheitlich. Unterschieden werden drei Arten von Prävention: Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention. Die Primärprävention richtet sich an Noch-nicht-Betroffene und Noch-nicht-Gefährdete. Sie setzt bei den Ursachen für abweichendes/ auffallendes/ ungünstiges Verhalten an und fördert deshalb individuelle Lebenskompetenz und gesunde Lebensbedingungen. Im Rahmen der Primärprävention entwickelte das Atelier artig vielfältige Angebote in zahlreichen Kooperationen mit Schulen und unterschiedlichen Institutionen der Stadt.

In der Sekundärprävention befassen sich die Therapeuten mit Risikogruppen: Mit Kindern aus Trennungssituationen, Kindern psychisch Kranker oder Suchtkranker, Kindern mit Verlusterfahrungen, belastenden Lebenserfahrungen und ihren entstehenden oder bereits existierenden Problemen. In Kooperation mit den Familienberatungsstellen wird mit ihnen entlastend und stärkend gearbeitet. Diese sekundärpräventiven Maßnahmen haben das Ziel, schädliche Entwicklungen abzuwenden, Risiken zu reduzieren und ihre negativen Folgen zu verhindern oder zumindest zu begrenzen.

Außerdem bietet das Atelier artig im Sinne der Tertiärprävention Kunsttherapie als Nachsorge im klinischen Bereich an (zum Beispiel Tagesklinik Pionierstraße oder RehaNova Merheim) als auch im ambulanten Atelier.

Das Konzept der präventiven, rehabilitativen und entwicklungsfördernden Kunsttherapie stellt das psychische, soziale und emotionale Wachstum in den Mittelpunkt.


Vielfalt

Kunsttherapie versteht sich hier als sozialraumbezogen und entwickelt ihre Ziele und Angebote aus einer qualitativen Sozialraum-Lebensweltanalyse. So wird zum Beispiel derzeit die Kunsttherapie als nonverbales Angebot vielfach wahrgenommen von Kindern und Jugendlichen mit einer Flüchtlingsbiographie. Vor dem Hintergrund wachsender Internationalität und vor dem Hintergrund der Chancengleichheit wie auch als Reaktion auf den zunehmenden Nationalismus und Rassismus, bietet artig einen notwendigen künstlerischen und kunsttherapeutischen Raum an.

Die barrierefreien Atelierräume in der Kölner Innenstadt gewähren im unmittelbaren Wohnumfeld Kindern, Jugendlichen, Erwachsene und alten Menschen eine gute Erreichbarkeit, auch wenn diese sozial benachteiligt sind.

Das inklusiv ausgerichtete Konzept erkennt an, dass es eine Vielfalt von subjektiv als gültig verstandenen und als wahr empfundenen Realitäten gibt und die Welt auf vielfältige Weise erlebt und interpretiert werden kann. So gibt es unterschiedliche Weltanschauungen, Werte- und Glaubenssysteme, Lebenseinstellungen und Lebensstile, die den Menschen dazu befähigen können, ein befriedigendes und erfülltes Leben zu führen. Daher wird der Therapieprozess immer an den individuellen Besonderheiten des Klienten orientiert.


Einzeltherapien und Kleingruppen

Kinder und Jugendliche besuchen artig je nach Bedarf ein bis zwei Mal wöchentlich über einen Zeitraum von 1,5 Stunden. In der Regel arbeiten zwei Kunsttherapeuten in Kleingruppen mit maximal vier Teilnehmern. Innerhalb der Kleingruppe wird einzeltherapeutisch gearbeitet und auf jeden Klienten individuell eingegangen. Diese Arbeitsform gewährleistet, auf jeden reagieren zu können, ohne gruppendynamische Prozesse zu gefährden. Es ergibt sich ein optimales Forum, Diagnosen zu erstellen und die kunsttherapeutischen Maßnahmen angemessen zu reflektieren. Gegebenenfalls gibt es auch Einzeltherapien ohne Gruppe.